La Strada

Körperbewegungen im öffentlichen Raum, street harassment

Pussy Riot im Gespräch

„Gessen’s manner of storytelling is exhilarating and cinematic and this important book will be the definitive text on Pussy Riot.“ publishersweekly.com

Words Will Break Cement: The Passion of Pussy Riot
Masha Gessen. Riverhead, $16 trade paper (320p) ISBN 978-1-59463-219-8

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Yolanda Domínguez

Yolandas Website

Victoria’s secret

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Anti rape force

Die beiden Frauen Rebecca Nagle und Hannah Brancato, Gründerinnen von  Pink Consent,  hacken die PR-Strategie von Victoria’s Secret:

„Then we loved styles that were all about rape culture. Now we love styles that are all about consent! Catch the changes hitting stores this holiday season.“

'No Means No' underwear

‚No Means No‘ underwear

Victoria's Secret Fashion show 2012

Victoria’s Secret Fashion show 2012

Pink loves consent website

Pink loves consent website

„Why does PINK love CONSENT? Because PINK loves pleasure. And PINK loves power. And we believe that sex should be empowering and pleasurable for all people! On top of stopping you from having great sex, not communicating can lead to unwanted sexual experiences.“

No Vagina is a sure thing! Ask first!

No Vagina is a sure thing! Ask first!

Anti rape force

Anti rape force

 

Zweimal wunderschön

Jung & Schön ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

JEUNE ET JOLIE (dt.:Jung & Schön) ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

Die beiden Filme haben mich in den letzten Wochen sehr berührt. Es sind junge Frauen unter 20, die die Hauptrollen spielen. Zu selten kommt ihre Gefühlswelt in den Blick eines breiteren öffentlichen Kinopublikums.

LA VIE D'ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

LA VIE D’ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

Das Thema der Pubertät oder jungen Erwachsenen, wie Menschen in dieser Phase der Entwicklung zum ausgereiften Erwachsensein oft genannt werden, ist nicht „sexy“ genug (um ein grauenhaftes Adjektiv zu verwenden, das im ausuferndem Sprachraum der Anglizismen zur Beschreibung von präzis gezeichneten Bauplänen bis hin zu attraktiv gestalteten Besteckringen von allen Anwesenden kopfnickend eingesetzt wird)?

Ich vermute, dass erfolgreiche Regisseure wie François Ozon aus eigener Erfahrung sprechen und als Väter einer Tochter versuchen, deren Sichtweise auf das Leben zu verstehen. Nun zu meinen eigenen Vorurteilen: Als ich diese jungen Frauen anfangs auf der Leinwand sah, dachte ich mir: die sind so jung und unerfahren und grün hinter den Ohren. Wird mich ihre Geschichte interessieren? Aber dann wurden mir die Augen und Ohren geöffnet. Ganz für mich unerwartet handelten diese Frauen mit einer selbstbestimmten und fesselnden Liebe für das Leben, das ihnen gehört und noch vor ihnen liegt. Dieser Rausch kommt mir manchmal abhanden. Danke Mister Ozon, Jeune et jolie ist ein Geschenk!

Arabischer Frühling – 5 Beobachtungen

I will not set myself on fire, but I will participate and go to the streets! Das lässt Asma Mahfouz am 18. Jänner 2011 im Rahmen einer ihrer Facebook-Kampagnen in einem Video, in dem sie zu sehen ist, ihre Mitmenschen wissen. Denn sie weiss, dass Menschenrechte nicht einfach so vom Himmel fallen. Als politische Aktivistin ist sie eines der Mädchen, die die Aufstände begonnen haben. Im Rahmen eines Vortrags am 12. Dezember 2013 an der Universität Zürich von der aus Yemen stammenden Politikwissenschafterin PD Dr. Elham Manea erhalte ich einen guten Überblick der Entwicklung und derzeitigen Lage der Bemühungen von arabischen Frauen, als ganze Menschen zu leben, die ohne männlichen Vormund im Alltag auskommen können. Folgende 5 Beobachtungen werden diskutiert: 1. Frauen nehmen an politischen Aufständen teil, aber das traditionelle Rollenbild verändert sich nicht zu Ihren Gunsten. Nach der erkämpften Wende oder dem Sturz des Regimes geht es von der Strasse wieder zurück nach Hause. Hier wäre interessant zu wissen, wie in Europa das Geschlechterverhältnis in Krisenzeiten verschoben wurde. 2. Ein Wechsel des Staatsoberhauptes bedeutet nicht unbedingt eine Reform des politischen Systems. Manea zufolge wird das alte Regime recycled. 3. Frauen haben Anspruch auf Würde, genauso wie Männer, aber nicht auf diesselben Rechte. Democracy’s paradox wird dieser Zustand von Manea genannt.

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4. Der arabische Frühling hat ein neues Bewusstsein für gender ermöglicht. Im Yemen brechen junge Frauen und Männer das Tabu, über sexuellen Missbrauch zu sprechen. Junge Frauen und Männer sitzen zusammen im Kaffeehaus. Ein junger Mann bekennt sich öffentlich, via Internetblog, zu seiner Homosexualität. 5. Arabische Frauen sichern Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen, indem sie die Medien effizient nutzen, auf die Strassen gehen und an Kampagnen arbeiten. Dieser Kampf, so Manea, wird nur gewonnen, wenn er friedlich und beständig weitergeführt wird. Zum Abschluss, zur Illustration der verheerenden Lage solltet Ihr wissen: An die Macht gekommene Islamisten wollen das Heiratsalter von jungen Mädchen wieder ab Eintritt der Pubertät erlauben!

Warum wir Porn Studies brauchen

Ab 2014 wird es ein akademisches Journal namens Porn Studies geben. Viermal im Jahr soll es bei Routledge erscheinen. Im Call for papers ist zu lesen:

„Porn Studies is the first dedicated, international, peer-reviewed journal to critically explore those cultural products and services designated as pornographic and their cultural, economic, historical, institutional, legal and social contexts. Porn Studies will publish innovative work examining specifically sexual and explicit media forms, their connections to wider media landscapes and their links to the broader spheres of (sex) work across historical periods and national contexts. […] It focuses on developing knowledge of pornographies past and present, in all their variations and around the world.“

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Vor kurzem wurde mir eine Werbekampagne zugespielt, die in der Schweizer Zeitung für Marketing, Werbung und Medien Werbewoche als Beispiel für gutes Werben veröffentlicht wird. Ich würde diese Vorstellung von Werbung nicht zensieren wollen, aber staune darüber, wie unkritisch Bilder, die sexuelle Assoziationsketten aktivieren, eingesetzt werden. Mein erster Gedanke war: aha, rasierte Genitalien sind die Norm. Und, aha: Frontale Nahaufnahmen von Vaginas sind ansprechend und sofort interpretierbar. Werbung arbeitet immerhin mit Klischees. Das hat nichts mit der Umgebung des beworbenen Restaurants, das im sich langsam auflösenden Rotlichtbezirk von Zürich liegt, zu tun. Nein, hier geht es explizit um Schamlippen, die gerne auch mal an einer Bushaltestelle anzutreffen sind.

Lustamgenuss

Werbung für ein Restaurant. Das „Sujet“ wird von der Agentur als „überraschend“ bezeichnet und soll „Lust verbreiten“. Quelle: werbewoche.ch

Postkarten

Postkarten. „Mit einem vertikal abgebildeten Paar schöner Lippen visualisieren wir den Genuss, der sämtliche Sinne berührt, … .“ (Zitat von der Website der Agentur werbeanstalt.ch)

Die Zweideutigkeit funktioniert für mich nicht. Der Mund suggeriert essen, schlecken und küssen und so weiter. Aber die Vagina? Soll ich in eine Vagina eintreten oder bin ich die Vagina, die penetriert wird? Und von wem oder was? Oder sehe ich da unter den Rock der „Starköchin“, die das Restaurant führt? Und wo ist der Penis? Ist das Restaurant nur für rasierte Ladies zugänglich? Oder umgekehrt? Sex sells. Ja, das wissen wir. Aber intelligenetes Provozieren sieht anders aus.

Jedenfalls freut sich Gloria über das Journal Porn Studies und ist ganz heiss darauf zu erfahren, welche Methodologien und Theorieansätze für das Untersuchen vom Einfluss von Pornographie (seien es Kameraeinstellungen, Soundtracks oder Garderoben) auf unseren Alltag entwickelt werden.

Schönheit in China

Private Geburtstagsparty in Pekings Clubbingszene

Private Geburtstagsparty in Pekings Clubbingszene

Barbie Schönheitswettbewerb an der Grossen Mauer

Barbie Schönheitswettbewerb an der Grossen Mauer

Vielleicht brauche ich eine neue Matratze?

Ich weiss nicht, warum diese Anzeige in einem Clubhouse eines geschlossenen Wohnkomplexes ausgehängt ist. Vielleicht brauche ich eine neue Matratze?

 

Gloria in Japan

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Arbeiten, Heiraten, Fleischwaren

Gloria hat Werbebilder im unterirdischen Verkehrsnetz von Tokyo gesammelt. Es geht hier an prominenten Orten auf grossen Flächen um die Themen: Arbeit, Computer, Fleisch, Heiraten, Kaffeetrinken, einsame Abenteurer.

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Im Netz (Wiki) hab ich gelesen, dass der japanische Feminismus der 1970er Jahre nicht „die Frau“ befreien wollte, sondern „die Frau“ und „den Mann“ – von einer hierarchischen und kapitalistischen Gesellschaft. Wenn ich solche Sätze lese, dann werde ich immer etwas traurig und fühle mich machtlos, weil ich die Alternative zu dieser Gesellschaft nicht kenne.

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Klar ist, dass hier im japanischen Metropolenalltag viele sehr fesche Frauen mit wunderbarem Geschmack für Kleidung auf eine Armee von Laptoptasche-mit-Umhängegurtmöglichkeit-tragenden Männern treffen, die alle das gleiche weisse Hemd und die gleiche schwarze Hose mit rechteckiger silberner Gürtelschnalle tragen. Für die Rush-Hour trifft diese Beobachuntung auf jeden Fall zu.

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Phantasien am Kühlwagen

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metzgerei-keller.ch