Doing gender

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By Nickolay Lamm; (based on the average 19 year old woman in the USA)

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Yolanda Domínguez

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Zweimal wunderschön

Jung & Schön ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

JEUNE ET JOLIE (dt.:Jung & Schön) ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

Die beiden Filme haben mich in den letzten Wochen sehr berührt. Es sind junge Frauen unter 20, die die Hauptrollen spielen. Zu selten kommt ihre Gefühlswelt in den Blick eines breiteren öffentlichen Kinopublikums.

LA VIE D'ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

LA VIE D’ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

Das Thema der Pubertät oder jungen Erwachsenen, wie Menschen in dieser Phase der Entwicklung zum ausgereiften Erwachsensein oft genannt werden, ist nicht „sexy“ genug (um ein grauenhaftes Adjektiv zu verwenden, das im ausuferndem Sprachraum der Anglizismen zur Beschreibung von präzis gezeichneten Bauplänen bis hin zu attraktiv gestalteten Besteckringen von allen Anwesenden kopfnickend eingesetzt wird)?

Ich vermute, dass erfolgreiche Regisseure wie François Ozon aus eigener Erfahrung sprechen und als Väter einer Tochter versuchen, deren Sichtweise auf das Leben zu verstehen. Nun zu meinen eigenen Vorurteilen: Als ich diese jungen Frauen anfangs auf der Leinwand sah, dachte ich mir: die sind so jung und unerfahren und grün hinter den Ohren. Wird mich ihre Geschichte interessieren? Aber dann wurden mir die Augen und Ohren geöffnet. Ganz für mich unerwartet handelten diese Frauen mit einer selbstbestimmten und fesselnden Liebe für das Leben, das ihnen gehört und noch vor ihnen liegt. Dieser Rausch kommt mir manchmal abhanden. Danke Mister Ozon, Jeune et jolie ist ein Geschenk!

Welche Vorteile haben gemischte Teams?

Valérie Vuillerat ist Geschäftsführerin der Ginetta GmbH. Sie spricht an den Zürcher CreativeMornings (monatlich stattfindende Vorträge in Unternehmen der Kreativwirtschaft bei Frühstückskaffee und Gipfeli) über ihre Erfahrungen mit gemischten Teams (gemeint sind Frauen mischen sich mit Männern) in der Arbeitswelt. Es geht hauptsächlich um das Arbeitsverhältnis, die Atmosphäre sowie die Ansprüche der Mitarbeitenden in ihrem Unternehmen. Im Vortrag werden die üblichen Klischees reproduziert: Frauen lieben Ordnung, Sauberkeit, intime Gespräche und Zalando, unter Frauen finden catfights statt, Frauen streben Harmonie und Konfliktlösungen an, Männer hingegen kommunizieren nicht und arbeiten mit der aggressiven Ellbogentechnik, um sich Führungspositionen zu erkämpfen. Es zeigt sich in der anschliessenden Gesprächsrunde das übliche Problem, dass Frauen eben so sind und Männer eben so sind. Die unterschiedlichen Verhaltensweisen werden entsprechend verglichen und bewertet.

Zum Glück melden sich bald ein paar Menschen aus dem Publikum zu Wort, die wichtige Unterscheidungen treffen: Warum ist Aggression bei Männern positiv und bei Frauen negativ konnotiert? Wie steht es mit kulturellen Unterschieden im Team? Sprechen wir über das männerdominierte Feld der Programmierkunst oder den frauendominierten Berufszweig der Kinderbetreuung? Diese kritischen Sichtweisen eröffnen sofort das weite, komplexe Feld des Geschlechterverhältnisses. Die stattfindende Diskussion wird interessanter. Sie lässt viel offen, aber sie gibt einen sehr wichtigen Impuls für ein kritischeres Weiterdenken. Schön ist auch, dass das Thema ernsthaft diskutiert wird. Der Austausch über das Thema findet bei Tageslicht in einem Unternehmen im up-and-coming Zürcher Kreis 4 statt (lese: up, up, up) – und eben nicht bei einem unterirdischen Kaffeekränzchen von Weltverbessernden oder im dunklen Flur zwischen zwei unglücklichen Mitarbeitenden.

Gloria freut sich riesig, dass Valérie Vuillerat diesen Vortrag gehalten hat. Auch wenn ihr undifferenziertes Sprechen über Männer und Frauen viele Angriffsflächen bietet (gewusst wie, können diese im Gespräch leicht vermieden oder umgangen werden), trägt sie wertvolle zukunftsweisende Ideen in die Arbeitswelt hinaus. Sie spricht von den Vorteilen unterschiedlicher Erfahrungen und Ideen für das Unternehmen. Es fallen wohlklingende Konzepte wie „selbstverständliche Lohngleichheit“ und das unbedingte Möglichsein der Vereinbarung von Job, Weiterbildung und Familie. Kurzum: Es lohnt sich für alle Progressiven, das oben verlinkte Video anzusehen.

Go, Ginetta, Go – auf zu neuen Horizonten!

Die Schweizer – 4 Filme mit 8 blinden Punkten

Das Filmplakat für die Reihe „Die Schweizer“ wurde gestern am Symposium des Zentrums Gender Studies in Basel von der Historikerin Regina Weck kurz kommentiert. Ich finde, dieses Bild bietet Zündstoff für eine Reihe von interessanten und besorgniserregenden Debatten (Männlichkeitsideale in der Krise, Nationalstaat in der Krise, etc) . Am interessantesten finde, dass Keinem der 8 Verantwortlichen während der Produktion der Filme aufgefallen ist, wie unzeitgemäss ihre Art von Darstellung der Wirklichkeit ist. Haben die während der letzten 30 Jahre in ihren Chefsesseln geschlafen? Geht doch mal raus in die Welt! Wir sind mündiger und autonomer geworden. Wir wissen, dass eine Gesellschaft aus Menschen besteht, die alle auf eigene Weise täglich dazu beitragen, dass sie bestehen bleibt. Die Exklusion von allen nicht-weissen, nicht-männlichen, nicht-schweizerischen und nicht-heldenhaften Menschen ist einfach nur peinlich.20131026-091454.jpgDer zugehörige Pressetext auf der Webseite des Unternehmens, das die Filme produziert, lautet: „Die Schweizer.
Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Im November thematisieren die Radio- und TV-Programme der SRG Fragen zu Entstehung, Zustand und Zukunftsperspektiven der Schweiz. Kernstück des Themenmonats sind vier Filme über ausgewählte Persönlichkeiten der Schweizer Geschichte: Werner Stauffacher, Niklaus von Flüe/Hans Waldmann, Guillaume Henri Dufour und Alfred Escher/Stefano Franscini.“

Ich kann nicht anders. Ich muss noch die Köpfe der Menschen, die sich diese Filme ausgedacht haben, zeigen:
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Becoming an Image

Ich hatte schon einige Ideen dafür, wie ich das „Frau“- oder „Mann“-Werden künstlerisch darstellen könnte. Aber eben nur Ideen und kleine Ansätze zur Umsetzung. Die US-amerikanische Künstlerin Heather Cassils hat den Prozess wie folgt dargestellt: (Marco: Thanks for the link!)

Becoming An Image.

Becoming An Image Performance

Becoming An Image. Performance. Still No. 3, National Theater Studio. SPILL Festival, London, 2013. C-print. 22 x 30 inches. Edition of 5. Photo: Heather Cassils with Manuel Vason.

Post Performance of Becoming.

Post Performance of Becoming

Post Performance of Becoming. An Image, one-half of a collaborative diptych, (London), 2013. C-print. 36 x 25 inches. Edition of 5. Photo: Heather Cassils and Manuel Vason.

Gloria in Japan

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Arbeiten, Heiraten, Fleischwaren

Gloria hat Werbebilder im unterirdischen Verkehrsnetz von Tokyo gesammelt. Es geht hier an prominenten Orten auf grossen Flächen um die Themen: Arbeit, Computer, Fleisch, Heiraten, Kaffeetrinken, einsame Abenteurer.

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Im Netz (Wiki) hab ich gelesen, dass der japanische Feminismus der 1970er Jahre nicht „die Frau“ befreien wollte, sondern „die Frau“ und „den Mann“ – von einer hierarchischen und kapitalistischen Gesellschaft. Wenn ich solche Sätze lese, dann werde ich immer etwas traurig und fühle mich machtlos, weil ich die Alternative zu dieser Gesellschaft nicht kenne.

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Klar ist, dass hier im japanischen Metropolenalltag viele sehr fesche Frauen mit wunderbarem Geschmack für Kleidung auf eine Armee von Laptoptasche-mit-Umhängegurtmöglichkeit-tragenden Männern treffen, die alle das gleiche weisse Hemd und die gleiche schwarze Hose mit rechteckiger silberner Gürtelschnalle tragen. Für die Rush-Hour trifft diese Beobachuntung auf jeden Fall zu.

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Wir sind alle Mimosen, oder?

Feinfühlige, zarte Mimosenblätter

Feinfühlige, zarte Mimosenblätter

Ein kleiner schöner Artikel über Empfindsamkeit, inklusive Selbsttest: von homosphare.

„1. Du gehst oft aus einer sozialen Interaktion mit dem komischen Unbehagen raus, dass etwas wichtiges nicht zur Sprache gekommen ist.
2. Mantras wie „Das ist doch nicht mein Problem!“ und „Darüber zerbrech ich mir jetzt nicht den Kopf!“ funktionieren bei dir eher mäßig.
3. Du beantwortest Fragen gerne mit der Gegenfrage „Wie meinst du das?“
4. Du beginnst gerne Sätze mit „Vielleicht geht das nur mir so, aber…“
5. Wie es anderen geht ist dir einfach nicht scheißegal.“

Auflösung hier: homosphare.

homosphaere

homosphaere

Mad feminism?

Soviel cleveres Nachdenken über die Rolle der „mad men“ und „mad women“ (die Protagonistinnen stehen in der sechsten Staffel kurz vor den revolutionären Tagen der zweiten Welle des Feminismus) in der amerikanischen TV-Serie Mad Men ist mir letztens beim Durchblättern des Magazins Du begegnet! Die Theaterkritikerin und Journalistin Eva Behrendt gibt den wichtigen Hinweis, dass historische Erzählungen letztendlich immer von der Gegenwart und ihren Wünschen handeln. Sie meint in ihrem Artikel zum Beispiel, dass „die politische Korrektheit“ unserer Gesellschaft in der Darstellung des tabulosen Besaufens, selbstverständlichen Kettenrauchens und Sexismus in Mad Men „eine Auszeit“ nimmt.

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Magazin im Kaffee gefunden (im Cafe Sport, dort gibts den besten Espresso von Zürich)

Das entwürdigende Verhalten der mad men gegenüber den women sowie erotische Stimulanzen wie die „dicht beharrte Brust von Jon Hamm und die sagenhafte Eieruhr-Taille von Christina Hendricks“ nehmen, so Behrent, eine „Entlastungsfunktion“ ein, in dem sie die Geschlechterrollen so verteilen, wie es sich konservative Menschen wünschen. „Der Ganze Gender und Queerness-Hype der letzten Jahre macht endlich mal Pause, Zeit zum Durchatmen.“ Für Menschen, die sich für Feminismus interessieren, hat die Serie zu bieten, dass die „Revolution“ noch kommen wird und somit Hoffnung auf die Erlösung von diesem Albtraum, den Behrendt als „designten Verkaufstraum“ beschreibt (hochwertiges Teakholz, feine Spitzenmieder, moderne Architektur), besteht. Dass sich das Davor und Danach der „Revolution“ leider zu sehr ähneln wird in diesem Artikel mit einem Verweis auf die Autorinnen Elisabeth Badinter und Bascha Mika beklagt, die über „die Feigheit der Frauen“ von heute anschreiben.

Danke für den guten Artikel, Eva Behrendt.

Revolution + Restauration = Mad Feminism?

Revolution + Restauration = Mad Feminism?

Gloria hat sich auch von Mad Men verführen lassen und beinahe alle Staffeln gesehen! Die Ästhetik der Bilder und die gute Recherche zu den Möbeln, Accessoires, Sprechweisen und Werten der 1960/70er sind sicherlich Gründe für meine Begeisterung. Das asymmetrische Geschlechterverhältnis verliert meiner Meinung nach durch diese Stilisierung auf wundersame ihre Realität – und Brutalität.

Die Blonde

Die Blonde

Die Brünette

Die Brünette

Die Rote

Die Rote