Feminismus

What Works: Gender Equality by Design

Ich durfte den Vortrag über den nötigen strukturellen Wandel in Organisationen und Unternehmen um Geschlechterstereotypen abzubauen von Iris Bohnet, Professorin an der John F. Kennedy School of Government, kürzlich an der Universität Zürich geniessen. So many insights!!! Iris, go, go, go!

Hollie McNish ‚Embarrassed‘

Kleine Philosophie der Macht (nur für Frauen)

Es war ein Weihnachtsgeschenk. Ich hätte  mir das Buch, wäre es in der Stadt beim Flanieren zufällig in mein Blickfeld gelangt, nicht gekauft. Die Gestaltung des Umschlags – schwarz und pink auf einem Blattgoldhintergrund – entspricht gar nicht meinem Geschmack. Es erinnert an die Inneneinrichtung der Spitzenwäsche-Branche. An eine Umkleidekabine in Agent Provocateur oder Victoria’s Secret. Unter Umständen verkauft es sich so gut, dachte wohl das Personal des Verlags. Und behält auch Recht. Ausserdem wäre es mir beim blossen Querlesen als Sammlung von Ratschlägen, zitierten philosophischen Lebensweisheiten und unscharften Machtbegriffen erschienen, die mich zur Zeit nicht interessiert. Ich zögerte also anfangs, mich mit dem Inhalt des geschenkten Buches zu beschäftigen. Nach ein paar Absätzen konnte ich es nicht mehr weglegen.

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Rebekka Reinhard bringt mit viel Witz und scharfer Zunge die wundesten Punkte der modernen Frau ans Licht. Oh, das bin ja ich, die hier gemeint ist. Das kenne ich von mir!, dachte ich mir beim Umschlagen jeder 5  Seite. Warum haben Menschen, die als Frauen sozialisiert werden, so oft so wenig Selbstwertgefühl? Warum können Sie nicht hinter ihren Kompetenzen stehen? Und was hat es mit dem „Artigen-Mädchen-Syndrom“, wie es die Autorin nennt, auf sich?

Rebekka Reinhards Analyse der 3 möglichen Existenzweisen modernen Frau: Sie ist Fussabtrter, Packesel oder Zirkuspferd.

Rebekka Reinhard beschränkt die Existenzweisen der modernen Frau auf: Fussabtreter, Packesel oder Zirkuspferd.

Die Autorin schlägt in diesem Buch reichlich Literatur und Forschungsmaterial vor, die zum Weiterdenken aufrufen. Wer hat schon mal vom Impostor Syndrome (Hochstapler-Syndrom) gehört? Das ist eine herzzerreissende Entdeckung, die Pauline Rose Clance und Suzanne Imes, vorlegen. Sie beschreiben dieses Syndrom in ihrem Forschungspapier wie folgt:

Despite outstanding academic and professional accomplishments, women who experience the imposter phenomenon persists in believing that they are really not bright and have fooled anyone who thinks otherwise.“

Bravo und Danke Rebekka Reinhard für die scharfe Zunge und die unterhaltsame Zeitgeistanalyse. Auf der Website philosophyworks.de gibt es noch mehr über und von der Autorin zu entdecken!

 

Everyday Sexism

Dieses wunderbare Buch hat mich durch den Sommer begleitet. Die sowohl humorvolle als auch zu tiefst politisch und von Herzen engagierte Herangehensweise (ENOUGH IS ENOUGH!) der Autorin an das Thema Seximus im Alltag hat mein Feuer für den Wunsch nach einer gerechteren Welt wieder entfacht.

The Everyday Sexism Project exists to catalogue instances of sexism experienced by women on a day to day basis.

The Everyday Sexism Project exists to catalogue instances of sexism experienced by women on a day to day basis.

Neben den mit allerlei Statistiken und Studienergebnissen gespickten historischen Analysen ist das Buch vordergründig eine kommentierte Sammlung der Geschichten von Mädchen und Frauen, die Sexismus erlebt haben. Das Spektrum reicht von sexistischen Bemerkungen in Konversationen bis zu sexueller Gewalt. Die Geschichten senden Betroffene via Twitter oder Email an everday sexism project. Sie sind dort für alle einsehbar. Im April 2012 legt das Projekt los und hat nach zwei Monaten mehr als 1000 Einträge vorzuweisen. 20 Monate später, im April 2015, sind es schon 100,000 Geschichten von Frauen und Mädchen aus allen Ländern der Welt, die Zugriff auf das Internet haben. Da ist eine riesige Sammlung von Ungerechtigkeiten zu finden. Bei aller Tragik der Vorfälle bringen Erzählungen von Betroffenen zum Schmunzeln:

“ ‚ I’m 58 so I have too much too say in a small box. Here are some highlights arranged in decades.‘ „

Add your story

Das Buch von Laura Bates ist ein must-read für alle, die sich fragen, woher die Idee von Frauen als second-class citizen kommt, Eltern einer Tocher sind oder zumindest einmal in ihrem Leben im öffentlichen Raum das Vergnügen hatten, ungewollt einen Penis eines Fremden zu Gesicht zu bekommen und sich fragen, ob das normal ist. Täglich kommen neuen Geschichten dazu. Deine kannst du hier posten oder @EverydaySexism tweeten.
ENOUGH IS ENOUGH!

Zum Abschluss ein paar coole Sprüche von cleveren Zeitgenossinnen, die die das Projekt via Twitter erreichten und die ich gerne in entsprechenden Situationen in petto gehabt hätte:
„I’m a mechanical engineer, got told at an industry function ‚you don’t look like an engineer‘. I asked him if it was the breasts.“

„Once had a guy ask ‚Would you mind telling me your bra-size?‘ I replied ‚No, but tell me first how big your cock is.‘ Amazingly he was shocked and found MY comment highly inappropriate.“

“ ‚But what’s in it for me?‘ is what I just asked the kind man who said he’d be willing to shag me if I lost some weight.“

„Man: „Nice tits“. Me: „If you’re going to be a sexist pig at least be accurate. I have fantastic breasts.“ Silence…“

„Guy on train after I asked him to move his bag off seat: ‚Why don’t you grab my cock?‘ Me:’I didn’t bring any tweezers.‘ „

Shestock

„We provide insightful and inspired visions of the real lives of real women. Our images help repair a long-broken dialog between marketers and the women they are trying to reach. We believe it is possible to simultaneously satisfy the needs of buyers, women, and our talented artists by offering only images that help bridge the connections between each.“ shestockimages.comher on top

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kissing

family
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“ Karen Beard is Shestock’s founder and creative director, Karen is a professional photographer with close to 20 years experience executing commercial photo shoots and running related businesses. Karen became determined to find a better way to serve the needs of all – photographers, art directors, marketers, clients and women alike – Karen created Shestock to deliver honest, highly-curated, exclusive stock with the artist’s vision as the essential starting point. Karen is a graduate of the Art Center College of Design in Pasadena, California.“ shestockimages.com

Mrs Moneypenny

Mrs Moneypenny: Women are conditioned to please, men are conditioned to perform

Mrs Moneypenny: Women are conditioned to please, men are conditioned to perform.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Woche hat mir der Vortrag von Mrs Moneypenny an der Universität Zürich (Vortrag im Rahmen von ZUNIV Alumnae) über Mittag den Tag versüsst. Die stattliche Dame aus England (nothing can get between me and lunch) hat wunderbare, humorvolle Dinge über den westlichen Arbeitsalltag, und insbesondere das Geschlechterverhältnis (women are conditioned to please, men are conditioned to perform), in die Runde geworfen und 10 Tipps zu den Themen Geld und Beruf gegeben. Den Grundsatz NR 3. There is no such thing as ‘I can’t do it. hat sie so vorgelebt: Mit Mitte 50 machte sie den Pilotenschein. Sie ist als Kolumnistin, Stand-up Comedian und TV-Moderatorin tätig.

Mrs. Moneypenny: Pay attention to your hair, because everyone else will!

Mrs Moneypenny: Pay attention to your hair, because everyone else will!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Anregungen sind in ihrem jüngst erschienenen Buch Financial Advice for Independent Women nachzulesen. Der Grossteil der Tipps ist kein Geheimnis (NR. 4: Saying ‘no’ is an important life skill., NR. 6: You can’t have it all., etc) und deckt den durchschnittlichen Bedarf von oberflächlichen Ratgeberliteraturlesenden, aber so mancher war eine willkommene tongue-in-cheek (?) Überraschung: Pay attention to your hair, because everyone else will! – ein überlebenswichtiger Tipp von Hillary Clinton, so Mrs Moneypenny, den sie in einem von Hillarys Büchern entdeckt hat.

Die Investition von 5 Euro für die Zeitschrift The Economist als Accessoire lohnt sich!

Die Investition von 5 Euro für die Zeitschrift The Economist als Accessoire lohnt sich!

Und hier noch ein letzter Tipp (fällt unter NR. 10: 85% of communication is non-verbal.), der den meisten Menschen im Publikum vertraut ist, aber von Mrs Moneypenny sehr schön vermittelt wurde: Die Investition von 5 Euro für die Zeitschrift The Economist als Accessoire lohnt sich! Auch wenn die Zeitschrift nicht gelesen wird, sollte sie zumindest so in der Handtasche (für die sie wohl über 1000 Euro investiert hat) platziert werden, dass sie von allen Anwesenden gesehen wird.

Die äusserst sympathisch wirkende Mrs Moneypenny engagiert sich (this is why I get up in the mornings) ausserdem für mehr Diversität in der PR- und Kommunikationsbranche. Mehr dazu hier: Taylor Bennett Foundation.

Taylor Bennett Foundation

Mrs Moneypenny: This is why I get up in the mornings.

Run like a girl

Signore e Signori, benvenuti…

Signore e Signori

Signore e Signori

Selbstgebastelte Collage für die Beschriftung von Toiletten in einem Restaurant in Norditalien. Ach, wie schön. Willkommen in Italien.

Zweimal wunderschön

Jung & Schön ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

JEUNE ET JOLIE (dt.:Jung & Schön) ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

Die beiden Filme haben mich in den letzten Wochen sehr berührt. Es sind junge Frauen unter 20, die die Hauptrollen spielen. Zu selten kommt ihre Gefühlswelt in den Blick eines breiteren öffentlichen Kinopublikums.

LA VIE D'ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

LA VIE D’ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

Das Thema der Pubertät oder jungen Erwachsenen, wie Menschen in dieser Phase der Entwicklung zum ausgereiften Erwachsensein oft genannt werden, ist nicht „sexy“ genug (um ein grauenhaftes Adjektiv zu verwenden, das im ausuferndem Sprachraum der Anglizismen zur Beschreibung von präzis gezeichneten Bauplänen bis hin zu attraktiv gestalteten Besteckringen von allen Anwesenden kopfnickend eingesetzt wird)?

Ich vermute, dass erfolgreiche Regisseure wie François Ozon aus eigener Erfahrung sprechen und als Väter einer Tochter versuchen, deren Sichtweise auf das Leben zu verstehen. Nun zu meinen eigenen Vorurteilen: Als ich diese jungen Frauen anfangs auf der Leinwand sah, dachte ich mir: die sind so jung und unerfahren und grün hinter den Ohren. Wird mich ihre Geschichte interessieren? Aber dann wurden mir die Augen und Ohren geöffnet. Ganz für mich unerwartet handelten diese Frauen mit einer selbstbestimmten und fesselnden Liebe für das Leben, das ihnen gehört und noch vor ihnen liegt. Dieser Rausch kommt mir manchmal abhanden. Danke Mister Ozon, Jeune et jolie ist ein Geschenk!

Autsch!

Feministische Kunst in Pekings 798 gespottet! Im jetzt sehr kommerzialisierten (und ehemals nicht so sehr, wurde mir gesagt) Kunstviertel 798 in Peking habe ich die Galerie ZERO Art Center entdeckt. Die Stöckelschuhe finde ich ganz lustig. Was die Beziehung von weiblichem Körper und Pferd bedeuten könnte, habe ich im Gespräch in gebrochenem Englisch mit der Galeriebesitzerin leider nicht erfahren können. Ich wollte wissen, ob es in China eine bestimmte Lesrichtung gibt. Das traurige Traumpferd find ich sehr humorvoll präsentiert.

Autsch! "Desire" by Li Ming Ran 2013 Mixed Media 180x80x200 cm

„Desire“ by Li Ming Ran. 2013. Mixed Media. 180x80x200 cm.

"Fetch Now From Winter". Qiu Xia. 2012. Glass Fiber Reinforced Plastics + Feather. 135x95x45 cm.

„Fetch Now From Winter“. Qiu Xia. 2012. Glass Fiber Reinforced Plastics + Feather. 135x95x45 cm.

Ich vermute diese Skulptur ist auch von Qiu Xia.

Ich vermute diese Skulptur ist auch von Qiu Xia.

"The Pony Fording River". Liu Zhi Yin. 2013. Glass Fiber Reinforced Plastics. 72x20x38 cm.

„The Pony Fording River“. Liu Zhi Yin. 2013. Glass Fiber Reinforced Plastics. 72x20x38 cm.