Stöckelschuhe

Run like a girl

Barbie

By Nickolay Lamm; (based on the average 19 year old woman in the USA)

Barbie

Barbie

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Victoria’s secret

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Anti rape force

Die beiden Frauen Rebecca Nagle und Hannah Brancato, Gründerinnen von  Pink Consent,  hacken die PR-Strategie von Victoria’s Secret:

„Then we loved styles that were all about rape culture. Now we love styles that are all about consent! Catch the changes hitting stores this holiday season.“

'No Means No' underwear

‚No Means No‘ underwear

Victoria's Secret Fashion show 2012

Victoria’s Secret Fashion show 2012

Pink loves consent website

Pink loves consent website

„Why does PINK love CONSENT? Because PINK loves pleasure. And PINK loves power. And we believe that sex should be empowering and pleasurable for all people! On top of stopping you from having great sex, not communicating can lead to unwanted sexual experiences.“

No Vagina is a sure thing! Ask first!

No Vagina is a sure thing! Ask first!

Anti rape force

Anti rape force

 

Zweimal wunderschön

Jung & Schön ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

JEUNE ET JOLIE (dt.:Jung & Schön) ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs François Ozon aus dem Jahr 2013. Marine Vacth spielt in der Hauptrolle eine siebzehnjährige Schülerin die aus Faszination und Streben nach schnellem Geld in die Prostitution gerät. (Wikipedia)

Die beiden Filme haben mich in den letzten Wochen sehr berührt. Es sind junge Frauen unter 20, die die Hauptrollen spielen. Zu selten kommt ihre Gefühlswelt in den Blick eines breiteren öffentlichen Kinopublikums.

LA VIE D'ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

LA VIE D’ADÈLE. (dt.: Blau ist eine warme Farbe). Filmdrama aus dem Jahr 2013. Die Handlung basiert auf dem gleichnamigen französischen Comic von Julie Maroh. Der Film gewann die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2013.

Das Thema der Pubertät oder jungen Erwachsenen, wie Menschen in dieser Phase der Entwicklung zum ausgereiften Erwachsensein oft genannt werden, ist nicht „sexy“ genug (um ein grauenhaftes Adjektiv zu verwenden, das im ausuferndem Sprachraum der Anglizismen zur Beschreibung von präzis gezeichneten Bauplänen bis hin zu attraktiv gestalteten Besteckringen von allen Anwesenden kopfnickend eingesetzt wird)?

Ich vermute, dass erfolgreiche Regisseure wie François Ozon aus eigener Erfahrung sprechen und als Väter einer Tochter versuchen, deren Sichtweise auf das Leben zu verstehen. Nun zu meinen eigenen Vorurteilen: Als ich diese jungen Frauen anfangs auf der Leinwand sah, dachte ich mir: die sind so jung und unerfahren und grün hinter den Ohren. Wird mich ihre Geschichte interessieren? Aber dann wurden mir die Augen und Ohren geöffnet. Ganz für mich unerwartet handelten diese Frauen mit einer selbstbestimmten und fesselnden Liebe für das Leben, das ihnen gehört und noch vor ihnen liegt. Dieser Rausch kommt mir manchmal abhanden. Danke Mister Ozon, Jeune et jolie ist ein Geschenk!

Macho Dancer – bring it on!

Das war wohl die beste Performance des Jahres, die ich beim Zürcher Theaterspektakel sehen durfte: der Macho Dance von Eisa Jocson. Die philippinische visuelle Künstlerin und Choreographin setzt sich mit dem in Nachtclubs verbreiteten Pole Dancing und der tänzerischen Dienstleistungsindustrie auseinander. Welche Körperbilder werden dort wie vermittelt? Wer darf beim Tanzen Kaugummikauen? Wer muss wie auf die Knie sinken? Ein Genuss für alle – nicht nur für Transgender-Fans! Das Stück Death of the Pole Dancer ist ebenfalls zu empfehlen.

Autsch!

Feministische Kunst in Pekings 798 gespottet! Im jetzt sehr kommerzialisierten (und ehemals nicht so sehr, wurde mir gesagt) Kunstviertel 798 in Peking habe ich die Galerie ZERO Art Center entdeckt. Die Stöckelschuhe finde ich ganz lustig. Was die Beziehung von weiblichem Körper und Pferd bedeuten könnte, habe ich im Gespräch in gebrochenem Englisch mit der Galeriebesitzerin leider nicht erfahren können. Ich wollte wissen, ob es in China eine bestimmte Lesrichtung gibt. Das traurige Traumpferd find ich sehr humorvoll präsentiert.

Autsch! "Desire" by Li Ming Ran 2013 Mixed Media 180x80x200 cm

„Desire“ by Li Ming Ran. 2013. Mixed Media. 180x80x200 cm.

"Fetch Now From Winter". Qiu Xia. 2012. Glass Fiber Reinforced Plastics + Feather. 135x95x45 cm.

„Fetch Now From Winter“. Qiu Xia. 2012. Glass Fiber Reinforced Plastics + Feather. 135x95x45 cm.

Ich vermute diese Skulptur ist auch von Qiu Xia.

Ich vermute diese Skulptur ist auch von Qiu Xia.

"The Pony Fording River". Liu Zhi Yin. 2013. Glass Fiber Reinforced Plastics. 72x20x38 cm.

„The Pony Fording River“. Liu Zhi Yin. 2013. Glass Fiber Reinforced Plastics. 72x20x38 cm.

Mad feminism?

Soviel cleveres Nachdenken über die Rolle der „mad men“ und „mad women“ (die Protagonistinnen stehen in der sechsten Staffel kurz vor den revolutionären Tagen der zweiten Welle des Feminismus) in der amerikanischen TV-Serie Mad Men ist mir letztens beim Durchblättern des Magazins Du begegnet! Die Theaterkritikerin und Journalistin Eva Behrendt gibt den wichtigen Hinweis, dass historische Erzählungen letztendlich immer von der Gegenwart und ihren Wünschen handeln. Sie meint in ihrem Artikel zum Beispiel, dass „die politische Korrektheit“ unserer Gesellschaft in der Darstellung des tabulosen Besaufens, selbstverständlichen Kettenrauchens und Sexismus in Mad Men „eine Auszeit“ nimmt.

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Magazin im Kaffee gefunden (im Cafe Sport, dort gibts den besten Espresso von Zürich)

Das entwürdigende Verhalten der mad men gegenüber den women sowie erotische Stimulanzen wie die „dicht beharrte Brust von Jon Hamm und die sagenhafte Eieruhr-Taille von Christina Hendricks“ nehmen, so Behrent, eine „Entlastungsfunktion“ ein, in dem sie die Geschlechterrollen so verteilen, wie es sich konservative Menschen wünschen. „Der Ganze Gender und Queerness-Hype der letzten Jahre macht endlich mal Pause, Zeit zum Durchatmen.“ Für Menschen, die sich für Feminismus interessieren, hat die Serie zu bieten, dass die „Revolution“ noch kommen wird und somit Hoffnung auf die Erlösung von diesem Albtraum, den Behrendt als „designten Verkaufstraum“ beschreibt (hochwertiges Teakholz, feine Spitzenmieder, moderne Architektur), besteht. Dass sich das Davor und Danach der „Revolution“ leider zu sehr ähneln wird in diesem Artikel mit einem Verweis auf die Autorinnen Elisabeth Badinter und Bascha Mika beklagt, die über „die Feigheit der Frauen“ von heute anschreiben.

Danke für den guten Artikel, Eva Behrendt.

Revolution + Restauration = Mad Feminism?

Revolution + Restauration = Mad Feminism?

Gloria hat sich auch von Mad Men verführen lassen und beinahe alle Staffeln gesehen! Die Ästhetik der Bilder und die gute Recherche zu den Möbeln, Accessoires, Sprechweisen und Werten der 1960/70er sind sicherlich Gründe für meine Begeisterung. Das asymmetrische Geschlechterverhältnis verliert meiner Meinung nach durch diese Stilisierung auf wundersame ihre Realität – und Brutalität.

Die Blonde

Die Blonde

Die Brünette

Die Brünette

Die Rote

Die Rote

Funny, funny, funny, feminism

Ist Lady Gaga wirklich eine Feministin? Dieses Buch gibt eine Antwort darauf. Immerhin war Caitlin Moran mit Lady Gaga in Berlin beim Clubbing, wo die Dame mit dem gelegentlichen Hummer am Kopf einiges über ihre Weltsicht zu später Stunde verrät. Es ist ein grosses Vergnügen zu lesen, wenn Caitlin Moran in ihrem Buch How to be a woman (2011) weit ausholt und über ihre persönlichen Erfahrung als Pubertierende mit dem Frau-werden sinniert. In den Anfangskapiteln – „I Start Bleeding!“, „I Become Furry“, „I Don’t Know What To Call My Breasts“ – erfahren wir zum Beispiel Caitlins bevorzugten Namen für „da unten“ – „I personally have a cunt.“ – und die, die sie amüsieren: „cupcake“, „flower“, „mary“, „Yorkshire Pudding“. Durchaus überzeugend erklärt sie, warum das Styling von Achselhaaren als Modeaccessoire zu sehen ist: „Some days, a shaved armpit just looks a bit … boring. If I’m wearing jeans and a vest top, and I’m hanging with my homies, it’s quite nice to go a bit George Michael –  a bit ‚Faith‘, with a flash of four-day fuzz.“ (S 52)

"Funniest book of the year" laut britischer Presse

„Funniest book of the year“ laut britischer Presse

Das Kapitel über Abtreibung ist sehr bewegend. Es ist so klug und einfühlsam geschrieben, dass kein staatlicher Verfassungsparagraph, der sich auf Menschrechte beziehen will, dagegen ankommt. Sie schreibt über Ihre eigene Entscheidung für einen Abort und lässt auch ihre Freundin Rachel zu Wort kommen: „It’s one of the top four best things I ever did – after marrying my husband, having my son, and getting a fixed quote on the loft conversion.“ (S 284) Gleichzeitig bringt sie eine Reihe von prägnanten Argumenten und „hard facts“, die für das Recht abzutreiben sprechen und schwer zu widerlegen sind. Germaine Greer (und ihre Schrift The Whole Woman) kommt immer wieder als Morans Heldin vor – diese Autorin muss ich noch näher kennenlernen, sie scheint nach den Ausführungen von Moran sehr rebellisch in ihrer Weltsicht gewesen zu sein.

Wenn es um Themen wie Arbeit, Beruf und Erfolg geht, dann kann ich ihr jedoch nicht mehr folgen. Die Gründe, warum es keine Menschen mit „cupcakes“ da unten namens Plato oder Einstein gibt, sind meiner Ansicht nach nicht relevant. (Ausserdem gibt es den weiblichen Gegenpart Marie Curie.) Es geht nicht darum, dass „Frauen“ wie „Männer“ werden, denn dann würde sich am ganzen heteronormativ aufgebauten System rein gar nichts ändern.

Aber das tut dem Buch nicht weh. Seine Stärke ist das Anliegen des Feminismus mit viel Witz und Einsicht zu verteidigen. Es wird uns ein bunter Blumenstrauss an Beobachtungen des Frau-Seins serviert, ein postiver Impuls, der Lust auf Experimentieren und Veränderung macht.

Auf Ihrer Website gibt es Foren und Newsletters und Twitternachrichten und …

SlutWalk Update

Die Mädchenmannschaft weist auf den den ersten SlutWalk in Asien (Neu-Dehli, Indien) hin und gibt eine überlegte Einschätzung zu folgenden kontroversen Debatten rund um den SlutWalk ab:

  1. “Es macht keinen Sinn, ein sexistisches Wort wie ‘Slut’ positiv zu besetzen”
  2. SlutWalk spricht eher jüngere Frauen an (und schließt daher ältere Frauen und sich nicht als Frauen definierende Menschen aus)”
  3. “Bei den SlutWalks geht es um Sexyness (und nicht etwa um die Bekämpfung von Sexismus).”

Danke für das Herausfiltern dieser Fragen, Magda!

Gloria bleibt dabei: Gegen sexuelle Gewalt und Belästigung zu marschieren ist unbedingt notwendig und wunderbar. Auf gehts, Mädels! Leider gibt es in meiner Stadt keinen solchen Walk. Dem Namen „SlutWalk“ und dem Konzept, sich wie eine Slut zu kleiden, stehe ich weiterhin skeptisch gegenüber. Aber vielleicht war der Auslöser in Toronto für die Mobilisierung nötig (richtige Zeit, richtiger Ort und richtige Reaktion der beiden Frauen) und funktioniert als guter Aufhänger für eine weltweite Solidarisierungsfeier auf den Strassen.

SlutWalk London. (Quelle: taz.de)

SlutWalk London (Quelle: taz.de).

Was ziehe ich an?

Welchen Unterschied macht es, ob ich heute morgen das Haus mit geblümtem, semi-transparenten, enggeschnittenen Shirt, Minirock und Stöckelschuhen verlasse oder in einem schlichten Oberteil, dunkler Hose und flachen Schuhen mit Schnürsenkel? Macht das überhaupt einen Unterschied und wenn ja, für wen? Nicht nur angesichts der Diskussionen um die Slutwalks, die diesen Sommer stattfinden, beschäftigt mich diese Frage erneut, sondern auch weil mir nach der Lektüre von Cordula Bachmanns ethnographischer Studie die Komplexität – und Ausweglosigkeit – dieser Entscheidungsfindung bewusster wird. In Kleidung und Geschlecht (2008) zeigt Bachmann, dass die Liberalisierung der Kleiderordnung (zB Frauen tragen Hosen) keinesfalls als Beleg für ein emanzipiertes Geschlechterverhältnis gelesen werden kann. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich die Kleiderfrage für „Frauen“ und „Männer“ auf unterschiedliche Weise stellt, und dass die „weibliche Befreiung“ und „vestimentäre Selbstverwirklichung“ (S. 124) trügerisch sind.  Wenn ich ihre Analyse weiterdenke und radikalisiere, dann ist der Unterschied zwischen Outfit Nummer eins, nennen wir es das „Hurenoutfit“ und Nummer zwei, nennen wir es das „Anti-Hurenoutfit“, für den gesellschaftlichen Status von „Mädchen“ und „Frauen“ irrelevant. Was mich hart trifft. Bisher hoffte ich, dass mir die Wahl zwischen den beiden Typen von Outfits einigermassen Spielraum lässt, um mich als Mensch in der Gesellschaft zu positionieren. In Europa lebend und aus kulturellen sowie sozio-ökonomischen Gründen habe ich beinahe jeden Tag die Möglichkeit zwischen diesen beiden „Extremen“ der weiblichen Kleiderordnung zu entscheiden. Bisher hegte ich die Illusion, dass ich durch die reflektierte Verhüllung meines Körpers ein Zeichen an meine Umwelt sende, über das ich einigermassen verfügen kann. Die Kleidung sah ich als „Handlungsobjekt“, als Instrument, um mich im System der Zweigeschlechter-Ordnung widerständig oder anpassend zu verorten. Es gefiel mir, die Grenzen der geschlechtlich codierten Kleiderordnung auszuloten, zwischen den beiden Codes hin und her zu navigieren und zu beobachten, wie die Irritationen und Bestätigungen des sozialen Umfelds ausfallen. Ich spielte oft mit den beiden Outfits, wissend, dass die mir immer wieder zugeteilte Identität „Frau“ weder durch das „Hurenoutfit“ noch das „Anti-Hurenoutfit“ (besser) ausgedrückt werden könnte.

Kurz zu meinem täglichen, morgendlichen Hin- und Her- Schwanken vor dem Kleiderschrank: Entschied ich mich für das „Hurenoutfit“, war der Grund oft ein gewisses Loslassen, Sich-Treiben-lassen. Ich dachte mir: Warum gegen die starren, historisch sedimentierten Regelwerke der gesellschaftlichen Kleiderordnung ankämpfen? Genderbewusstein, Good Bye! – warum nicht spielerisch mit den mir zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen? Farbkombinationen und Schnitte zu kombinieren, mit den Formen des Körpers zu spielen und Schminke aufzutragen, kann Freude machen. Und noch dazu ist es ein Privileg: als Angehörige der „weiblichen Geschlechtsklasse“ darf ich da etwas, was „Männer“ nicht machen können ((zB Männer in knallbunten Feinstrumpfhosen), ohne vom sozialen Umfeld hart bestraft zu werden. Obwohl Bemerkungen auf der Strasse und das Nachpfeifen beim Vorbeigehen an Baustellen für manche „Frau“ im „Hurenoutfit“ auch als eine Art von Strafe in Form einer Abwertung (oder Vergewaltigung, siehe Slutwalks?) erlebt werden können.

Wenn ich mich an diesem besagten Morgen vor dem Kleiderschrank gegen das „Hurenoufit“ entschied, wollte ich mich bewusst von der konventionellen, weiblichen „Erscheinung“ abgrenzen. Ich dachte, dass ich durch das Tragen von schlichter Kleidung die Präsenz meines Körpers und damit mein „Frau-Sein“ in den Hintergrund stelle; mehr „Mensch“ sein und weniger auf „Frau“ reduziert werden war das Ziel. Jetzt, nach näherer Betrachtung, wird mir bewusst, dass ich mir durch das Tragen des „Anti-Hurenoutfits“ niemals soviel Autorität, Macht und Glaubwürdigkeit verschaffen werden kann, wie sie einem souveränen, „männlichen Subjekt“ zum Beispiel in Anzughose und Jackett automatisch zufallen. Denn nach Bachmann exponiere ich mich durch das Tragen von an die männliche Kleiderordnung angelehnte Hosen oder Oberteile als „Frau“, die die Intention hat, nach den mit Männlichkeit verbundenen Tugenden von emotionaler Disziplin, Professionalität und beruflichem Erfolg zu streben. Ich agiere gesellschaftskonform und bejahe durch meine Kleidungspraxis die „allgemeinen gesellschaftlichen Ziele und Wertvorstellungen“ (S. 123). In diesem Zusammenhang filtert Bachmann interessante Ergebnisse aus Gesprächen mit Interviewpartnern heraus. Die nach ihrer Kleidungspraxis befragten unterstreichen, dass ihnen das Tragen von formaler, männlicher Kleidung mit klaren Linien Halt gibt und nicht dazu verführt, sich zu lässig zu geben. Stecke ich seit Jahren womöglich in einer Zwickmühle? Zwischen „Nicht-Hure-Sein-Wollen“einerseits und „Mensch-Sein-Wollen-aber-nicht-Dürfen“ andererseits? Es wird Zeit, sich von der Illusion zu verabschieden, dass „Frauen“ ihren gesellschaftlichen Status irgendwie durch „vermännlichte“ Kleidung kompensieren könnten. Es macht – auf lange Sicht – weder für mich noch für mein soziales Umfeld einen Unterschied, ob ich mich für Outfit Nummer eins oder Nummer zwei entscheide. Momentan sehe ich zwei Lösungen: entweder ich kleide mich nur noch in schwarzen Ganzkörperanzügen, die jede Attraktivität des Körpers verstecken, oder als intellektuelle Hure à la Valerie Solanas – mit gutem Gewissen.

Literatur: Bachmann, Cordula: Kleidung und Geschlecht. Ethnographische Erkundungen einer Alltagspraxis. transcript, Bielefeld. 2008.