Vagina

Vulvina

Victoria’s secret

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Anti rape force

Die beiden Frauen Rebecca Nagle und Hannah Brancato, Gründerinnen von  Pink Consent,  hacken die PR-Strategie von Victoria’s Secret:

„Then we loved styles that were all about rape culture. Now we love styles that are all about consent! Catch the changes hitting stores this holiday season.“

'No Means No' underwear

‚No Means No‘ underwear

Victoria's Secret Fashion show 2012

Victoria’s Secret Fashion show 2012

Pink loves consent website

Pink loves consent website

„Why does PINK love CONSENT? Because PINK loves pleasure. And PINK loves power. And we believe that sex should be empowering and pleasurable for all people! On top of stopping you from having great sex, not communicating can lead to unwanted sexual experiences.“

No Vagina is a sure thing! Ask first!

No Vagina is a sure thing! Ask first!

Anti rape force

Anti rape force

 

Warum wir Porn Studies brauchen

Ab 2014 wird es ein akademisches Journal namens Porn Studies geben. Viermal im Jahr soll es bei Routledge erscheinen. Im Call for papers ist zu lesen:

„Porn Studies is the first dedicated, international, peer-reviewed journal to critically explore those cultural products and services designated as pornographic and their cultural, economic, historical, institutional, legal and social contexts. Porn Studies will publish innovative work examining specifically sexual and explicit media forms, their connections to wider media landscapes and their links to the broader spheres of (sex) work across historical periods and national contexts. […] It focuses on developing knowledge of pornographies past and present, in all their variations and around the world.“

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Vor kurzem wurde mir eine Werbekampagne zugespielt, die in der Schweizer Zeitung für Marketing, Werbung und Medien Werbewoche als Beispiel für gutes Werben veröffentlicht wird. Ich würde diese Vorstellung von Werbung nicht zensieren wollen, aber staune darüber, wie unkritisch Bilder, die sexuelle Assoziationsketten aktivieren, eingesetzt werden. Mein erster Gedanke war: aha, rasierte Genitalien sind die Norm. Und, aha: Frontale Nahaufnahmen von Vaginas sind ansprechend und sofort interpretierbar. Werbung arbeitet immerhin mit Klischees. Das hat nichts mit der Umgebung des beworbenen Restaurants, das im sich langsam auflösenden Rotlichtbezirk von Zürich liegt, zu tun. Nein, hier geht es explizit um Schamlippen, die gerne auch mal an einer Bushaltestelle anzutreffen sind.

Lustamgenuss

Werbung für ein Restaurant. Das „Sujet“ wird von der Agentur als „überraschend“ bezeichnet und soll „Lust verbreiten“. Quelle: werbewoche.ch

Postkarten

Postkarten. „Mit einem vertikal abgebildeten Paar schöner Lippen visualisieren wir den Genuss, der sämtliche Sinne berührt, … .“ (Zitat von der Website der Agentur werbeanstalt.ch)

Die Zweideutigkeit funktioniert für mich nicht. Der Mund suggeriert essen, schlecken und küssen und so weiter. Aber die Vagina? Soll ich in eine Vagina eintreten oder bin ich die Vagina, die penetriert wird? Und von wem oder was? Oder sehe ich da unter den Rock der „Starköchin“, die das Restaurant führt? Und wo ist der Penis? Ist das Restaurant nur für rasierte Ladies zugänglich? Oder umgekehrt? Sex sells. Ja, das wissen wir. Aber intelligenetes Provozieren sieht anders aus.

Jedenfalls freut sich Gloria über das Journal Porn Studies und ist ganz heiss darauf zu erfahren, welche Methodologien und Theorieansätze für das Untersuchen vom Einfluss von Pornographie (seien es Kameraeinstellungen, Soundtracks oder Garderoben) auf unseren Alltag entwickelt werden.

Bergsteigerinnen benutzen Silikontassen

Mit Schrecken habe ich kürzlich in einer österreichischen Tageszeitung gelesen, dass zur Zeit eine der grössten Plastikmüllinseln, die in unseren Ozeanen schwimmen, 16 Mal so gross wie die Gesamtfläche des Staates Österreich ist. In einer schwimmenden Insel von (in meinem Kopf gerechnet) ca. 1 Million Quadratkilometer möchte ich mich nicht verheddern. In meiner Vorstellung ergibt das eine Landschaft aus bunten Flaschen, Schächtelchen, Legosteinen und grösseren Containern, die durch ein Wirrwarr aus Schnüren und Bändern zusammengehalten wird.

Die Grösse dieser Ansammlung empfinde ich als viel bedrohlicher als die Beschaffenheit. Ich interessiere mich für den Schutz unseres Planeten und möchte deshalb auf diesen klitzekleinen Beitrag zur Verringerung von Müll hinweisen: Frau nehme einmal pro Monat eine Silikontasse namens Moon Cup oder Diva Cup zur Hand, um die monatliche Blutung effizient zu sammeln -anstatt die Müllinsel mit einem Berg von weggeworfenen Tampons und Binden zu verdichten. Ich habe meine Moon Cup vor 4 Jahren gekauft. Ich sterilisiere sie montalich in kochendem Wasser und sie ist sehr gut erhalten. Die einmalige Investition von ca. 30 Euro hat sich bewährt. Für Tampons und Binden hätte ich viel mehr ausgegeben.

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In einem „Outdoor“-Geschäft gesichtet: Diva Cup

Diese Produkt habe ich zufällig in einem „Outdoor“-Geschäft neben Moskitoschutzsprays, Reisezahnbürsten und urinating tubes for women gesehen. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, weil ich diese Alternativen zu den gewöhnlichen Produkten für die Monatsblutung viel zu selten – genauer: nie – im Verkauf angeboten sehe. Give them a chance! Es macht das Leben so viel einfacher. No strings attached…

Noch Fragen?

Dieser Tampon vs Moon Cup Rap Battle klärt auf:

  • 22 tampons vs 1 moon cup
  • landfills vs tree huggers‘ new age non-sense
  • vaginal dryness vs menstrual flow

 

Porn sex vs real sex


Das ist ein kleiner, süsser Film, der anhand von Gemüse die Repräsentation von Sex in Pornofilmen beleuchtet. Die Glaubhaftigkeit der Zahlen der Statistiken ist meiner Ansicht nach nicht gegeben.

Peaches, der Film

Film still, Peaches does herself, 2013

Film still, Peaches does herself, 2013

Von der Peaches Film Website „Peaches does herself“ über den Film:

With a cast and crew of over 40 people and 20 plus songs from her back catalogue (The Teaches of Peaches, Fatherfucker, Impeach my Bush, I Feel Cream) Peaches wrote, directed and starred in this fantastical narrative build obscurely around her development as an artist and performer from “bedroom wannabe to fully fledged rock-stardom and beyond!”.

Peaches Does the Drake, Performance, 2013, Toronto

Peaches Does the Drake, Performance, 2013, Toronto

Diese verdammten Zeitschriften

"Die Webdoku, die nicht um den heißen Brei redet."

„Die Webdoku, die nicht um den heißen Brei redet.“

Modern couple Webdoku auf arte.tv: „ELTERN werden, das bringt MÄNNER durcheinander, das verändert FRAUEN. Das Leben hat plötzlich nichts mehr mit den Katalogen des schwedischen Möbelhauses gemeinsam.“

Funny, funny, funny, feminism

Ist Lady Gaga wirklich eine Feministin? Dieses Buch gibt eine Antwort darauf. Immerhin war Caitlin Moran mit Lady Gaga in Berlin beim Clubbing, wo die Dame mit dem gelegentlichen Hummer am Kopf einiges über ihre Weltsicht zu später Stunde verrät. Es ist ein grosses Vergnügen zu lesen, wenn Caitlin Moran in ihrem Buch How to be a woman (2011) weit ausholt und über ihre persönlichen Erfahrung als Pubertierende mit dem Frau-werden sinniert. In den Anfangskapiteln – „I Start Bleeding!“, „I Become Furry“, „I Don’t Know What To Call My Breasts“ – erfahren wir zum Beispiel Caitlins bevorzugten Namen für „da unten“ – „I personally have a cunt.“ – und die, die sie amüsieren: „cupcake“, „flower“, „mary“, „Yorkshire Pudding“. Durchaus überzeugend erklärt sie, warum das Styling von Achselhaaren als Modeaccessoire zu sehen ist: „Some days, a shaved armpit just looks a bit … boring. If I’m wearing jeans and a vest top, and I’m hanging with my homies, it’s quite nice to go a bit George Michael –  a bit ‚Faith‘, with a flash of four-day fuzz.“ (S 52)

"Funniest book of the year" laut britischer Presse

„Funniest book of the year“ laut britischer Presse

Das Kapitel über Abtreibung ist sehr bewegend. Es ist so klug und einfühlsam geschrieben, dass kein staatlicher Verfassungsparagraph, der sich auf Menschrechte beziehen will, dagegen ankommt. Sie schreibt über Ihre eigene Entscheidung für einen Abort und lässt auch ihre Freundin Rachel zu Wort kommen: „It’s one of the top four best things I ever did – after marrying my husband, having my son, and getting a fixed quote on the loft conversion.“ (S 284) Gleichzeitig bringt sie eine Reihe von prägnanten Argumenten und „hard facts“, die für das Recht abzutreiben sprechen und schwer zu widerlegen sind. Germaine Greer (und ihre Schrift The Whole Woman) kommt immer wieder als Morans Heldin vor – diese Autorin muss ich noch näher kennenlernen, sie scheint nach den Ausführungen von Moran sehr rebellisch in ihrer Weltsicht gewesen zu sein.

Wenn es um Themen wie Arbeit, Beruf und Erfolg geht, dann kann ich ihr jedoch nicht mehr folgen. Die Gründe, warum es keine Menschen mit „cupcakes“ da unten namens Plato oder Einstein gibt, sind meiner Ansicht nach nicht relevant. (Ausserdem gibt es den weiblichen Gegenpart Marie Curie.) Es geht nicht darum, dass „Frauen“ wie „Männer“ werden, denn dann würde sich am ganzen heteronormativ aufgebauten System rein gar nichts ändern.

Aber das tut dem Buch nicht weh. Seine Stärke ist das Anliegen des Feminismus mit viel Witz und Einsicht zu verteidigen. Es wird uns ein bunter Blumenstrauss an Beobachtungen des Frau-Seins serviert, ein postiver Impuls, der Lust auf Experimentieren und Veränderung macht.

Auf Ihrer Website gibt es Foren und Newsletters und Twitternachrichten und …

Entfaltung

„Schwanzlutscher“, „cazzo“, „che palle“, „dick head“, „prick“, „he has got balls“. Ich brauche nicht lange nachzudenken, mir fallen spontan mindestens zehn Wortkreationen oder Redewendungen ein, die sich auf das männliche Geschlechtsorgan beziehen. Es ist allseits präsent. Und nicht nur in der Sprache, sondern auch verteilt in der ganzen Stadt: als Gekritzel auf U-Bahnwänden oder als Sticker an Haltestellen. Ich denke, es ist auch einfacher zu zeichnen. Zwei Kugeln und ein Zylinder. Fertig. Sackkratzen ist auch viel angesagter als Vaginakratzen. Zugegeben, „cunt“ (das Äquivalent im Deutschen klingt besonders schön) und „pussy“ gehen auch unter die Gürtellinie. Aber ich möchte keine laienhaften genderspezifisch-sprachwissenschaftlichen Behauptungen aufstellen, sondern nur darauf hinweisen, dass die Vagina, im Gegensatz zum Penis, viel zu wenig dargestellt wird.

Boris Hoppek. Arco fico. 2011. Fame festival, Italien.

Boris Hoppek. Arco fico. 2011. Fame festival, Italien.

Mag Boris Hoppek Vaginas besonders gern? Oder versucht er sich an ein Tabu heranzutasten? Ich weiss es nicht. Aber ich bin ihm dankbar dafür, dass er sich des scheinbar geheimnisvollen, dunklen und bedrohlichen Innenraums (mit majestätischen Aussenflügeln) in seinen künstlerischen Projekten annimmt. Ich hab Boris ein paar mal getroffen. Hätte ich nur gewusst, dass er Vaginas aus Latex produziert! Das nächste Mal muss ich das Thema unbedingt anschneiden.

Boris Hoppek.

Boris Hoppek. Vagina. 2011

Boris Hoppek.

Boris Hoppek. Anonymous latex pussy. aus der Serie: Photos showing women with problems or just being beautiful. 2011

TIPP: Im Rahmen des Fame Festivals wird eine Reihe von internationalen KünstlerInnen eingeladen, um den öffentlichen Raum der Stadt Grottaglie in Italien zu bespielen. Die Strassen, Gassen und Gärten der Stadt stehen ihnen und ihrer Entfaltung zur freien Verfügung. Das ganze Festival wird von einem Mann (und seinen Eltern) kuratiert und gesponsert.